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Reggio-Regionaltreffen in Düsseldorf

von Grazia Rinallo

Zum diesjährigen Treffen der NRW Landesgruppe haben Grazia Rinallo und Karina Bertram nach Düsseldorf in die Kita „Vorratdtkrokodile“.  Am 12. März 2016 folgten 15 Personen der Einladung.

1) Zu Beginn erklärt die Vorsitzende des Landesverbands Hildegard Wies  die Struktur vom Verein und Zugehörigkeiten zu den Landes- und der Regionalverbände. Welche Gremien genau es gibt und wer die Landes- und Regionalbeauftragte sind kann auf der Website von Dialog Reggio nachgelesen werden: http://dialog-reggio.de/der-vorstand und http://dialog-reggio.de/reggionale-kontakte/unsere-regional-beauftragen.

2) Zu den Regionaltreffen soll zukünftig eingeladen werden und zwar von denjenigen, die es ausrichten. Der Verteiler für die Einladungen zu den Regionaltreffen NRW West wird aktualisiert und weitergegeben. Hildegard hat ihren „alten“ Verteiler dabei und dieser wird zunächst durch die anwesenden Personen ergänzt.

3) Es findet eine ausführliche Kennenlernrunde mit Vorstellung der jeweiligen Einrichtungen statt.

4) Sabine Khadir, Leiterin der DRK-Kita Kumulus, Brinkmannstr.22 informiert, dass Reisen nach Reggio Emilia vom DRK organisiert werden. In der Regel findet eine Reise im Herbst und eine im Mai statt, die diesjährige Reise im Herbst ist schon ausgebucht. Wer Interesse hat, kann sich in der KiTa Kumulus melden.

5) Dorothee Hoffmann, Leiterin der Kita der Diakonie Düsseldorf, Dresdenerstr. 61 berichtet über freie Plätze in ihrer Einrichtung. Es sind sowohl Inklusionsplätze als auch Plätze für 3-6jährige Kinder frei. Bitte weitersagen!

6) Cristina Licata, Leiterin der Zebra-Kita in Köln, Lipizzanerweg 1 informiert, dass eine zweite Zebra-Kita in Köln eröffnet wird und pädagogisches Personal gesucht wird. Interessierte bitte dort melden bzw. bitte weitersagen.

7) Das Protokoll vom letzten Treffen wurde gelesen und bestätigt.

  1. Die Fachzeitschrift „WAMIKI“ wurde nochmal wärmstens empfohlen: http://wamiki.de/wamiki-ausgaben.
  2. DerPunkt „Fachtag der Regionalgruppe West“wurde nochmal aufgegriffen: Es hat sich noch niemand für die Planung bei Manuela Bacher gemeldet. Auch ist der Ort an der Universtität zu Köln noch nicht geklärt

8) Karina und Grazia haben eine Präsentation über die Entstehung, Organisation, wichtigsten Eckdaten und Bilder der Elterninitiative Vorstadtkrokodile e.V. gezeigt. Die Einrichtung wurde 1995 gegründet und das pädagogische Konzept orientiert sich schon seit Beginn an der Reggio Pädagogik.

9) Im Anschluss zeigen sie einen Film bestehend aus den vielen Szenen eines Projektes. Die Kinder haben es „Wasser-Projekt“ genannt, weil es ihre Themen – Wassertiere, Meer, Schiffe, Piraten und mehr – aufgreift.
Gezeigt wird, wie ausgehend von den ersten Beobachtungen unterschiedliche Angebote und Spielsituationen von und mit den Kindern erlebt werden. Das Video endet damit, dass die Kinder den Film selbst sehen und somit die Gelegenheit bekommen ihre eigenen Entwicklungsschritte nachzuvollziehen und zu reflektieren.

10) „Spuren“ vom gezeigten Projekt, konnten die Teilnehmer im Anschluss bei ihrem Rundgang durch die Kita auf dem Flur, im Atelier und in der Gruppe entdecken. Darüber hinaus gab es viele andere Bereiche und Besonderheiten zu entdecken und fotografieren.

12) Eine Empfehlung noch zum Schluss: Das Programmheft: 10. Osnabrücker Kongress „Bewegte Kindheit“

13) Wo soll das nächste Treffen stattfinden? Manuela Bacher fragt Corinna Rödder, ob das nächste Treffen bei ihr stattfinden kann anberaumt wird der Oktober, vor oder nach den Herbstferien.

14) Karina und Grazia bedanken sich für die Teilnahme und das Interesse.

Dialog Reggio: Mitgliederversammlung 2015

Am 21. November findet in Erfurt die Mitgliederveranstaltung von „Dialog Reggio e,V.“ statt. Zuvor gibt es die Möglichkeit für alle Teilnehmer*innen, in  verschiedenen Erfurter Kitas zu hospitieren. Von 15 bis 17 Uhr findet dann die eigentliche Versammlung statt. Auf der Tagesordnung stehen:

  1. Begrüßung und Feststellung der Beschlussfähigkeit
  2. Beschluss über die Tagesordnung
  3. Diskussion und Beschluss über vorliegende Anträge
  4. Tätigkeitsbericht des Vorstandes
  5. Kassenbericht
  6. Kassenprüfung
  7. Aussprache über Tätigkeitsbericht des Vorstandes und Kassenbericht
  8. Entlastung des Vorstandes
  9. Wahl des geschäftsführenden Vorstandes und des Beirats
  10. Besprechung/Klärung neue Satzung und ggf. Abstimmung
  11. Verschiedenes und Verabschiedung.

Wer teilnehmen möchte, meldet sich bitte an unter bei Jennifer Hildebrandt: jennifer.hildebrandt@dialog-reggio.de

Neues aus der Regionalgruppe West

von Sabine Mondorf

Reggio Regionaltreffen NRW West am 01.10.2015

Kinderhaus Paramecium

Das Regionaltreffen der Gruppe West hat sich Anfang des Monats im Kinderhaus Paramecium getroffen. Zum Einstieg berichtete Silke Koppenhöfer, die Koordinatorin des Kinderhauses, von der            Planungs- und Gründungsgeschichte des Kinderhauses in Trägerschaft der Universität zu Köln. Die Einrichtung eröffnete im Oktober 2011.

Marte Meo im Kinderhaus Paramecium

Anschließend erläuterte Miriam Eble, Mitarbeiterin des Kinderhauses Paramecium und Marte Meo Therapeutin, die Marte Meo Methode (entwickelt von Maria Aarts) und berichtete, wie die Methode in die pädagogische Arbeit des Hauses integriert wurde        (mehr dazu hier: Marte Meo). Anhand von vier verschiedenen Videosequenzen wird verdeutlicht, wie eine positive Bestärkung des Kindes (ausschließlich mit Vorschulkindern) stattfinden kann.

  1. Videosequenz: Morgenkreis und Kinderkonferenz mit Jarno (5 Jahre) als Leiter
  2. Videosequenz: Review (Besprechung) von Miriam und Jarno
  3. Videosequenz: Review mit Jonathan und Henry (Schneckenprojekt)
  4. Videosequenz: Review mit Pavle und Elisa (Schneckenprojekt)

Hier ein Überblick über die Eindrücke der Teilnehmerinnen zu den Videos:

  • Das Erreichen einer Metaperspektive ist ein wesentliches Ziel der Marte Meo Methode
  • Körperliche bzw. ganzheitliche Reflexion der Kinder im Review, d.h. die Kinder erleben das Gesehene nochmal nach, ahmen es nach etc.
  • Marte Meo ist ein emotionales Ankommen von Bildern und Erinnerungen in Kopf und Herz; gemeinsam Freude teilen (Marte Meo „Redewendung“: „Happ-Happ machen“)
  • Kinder erleben eine Kultur mit dem Umgang der Medien
  • Frage: Wie erleben Kinder ihre Bildungsprozesse und wie reflektieren sie sie?
  • Schließlich kam die Frage auf, welche Strategien pädagogische Fachkräfte nutzen können bzw. welche sie nutzen, um Bildungsprozesse mit Kindern gemeinsam zu reflektieren. In der Literatur bzw. Forschung gibt es hierzu leider keine nennenswerten Ergebnisse. Hildegard Wies erinnerte sich, dass es in Reggio eine Revolution war, als Carla Rinaldi „aktives Zuhören“ als wichtige pädagogische Kompetenz benannt hat!
  • Kitazeit ist Lebenszeit. Und sie ist wertvoll! Durch Videographie oder Marte Meo bekommen Eltern einen Einblick in die Kitazeit ihres Kindes. Es ist wichtig und festigt zudem die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen päd. Fachkräften und Eltern.
  • Miriam und Christina haben Kontakte zu Marte Meo Therapeuten und Ausbildern. Bei Fragen wendet Euch bitte an: m.eble@verw.uni-koeln.de

Lernen muss Bedeutung haben

Sabine Mondorf stellt anhand eines kurzen Videoclips (hier) eine wichtige Facette von gelingendem Lernen vor: Bedeutung! Eine Zusammenfassung ihres Impulses gibt es hier.

Fachliteratur

Insbesondere zwei neue Publikationen wurden genannt:

  • „wamiki“ (was mit kindern) ist eine neue Fachzeitschrift für PädagogInnen, die Hildegard empfiehlt. Tabuthemen werden provokativ angesprochen und thematisiert. Im Rahmen der Zeitschrift sind ebenfalls Krimis (Kurzgeschichten) erschienen, die von Kitas handeln.
  • „Kinder verstehen – Born to be wild“ ein Fachbuch von Herbert Renz-Polster

Neues von Dialog Reggio:

  • Oktober 2015 Fachtag Ästhetische Bildung in Bamberg
  • November 2015: Mitgliederversammlung in Erfurt
  • März 2016 Studytour Süddeutschland

Weitere Informationen findet ihr immer unter: www.dialogreggio.de

Perspektiven

Es ist die Überlegung, ob wir die Regionalgruppe so beibehalten wie bisher, oder ob wir einen festen Arbeitskreis installieren. Die Mehrheit möchte die Regionalgruppe so wie bisher beibehalten.

Außerdem denken wir über die Durchführung einer Fachtagung im nächsten Jahr nach. Für die Planung des Fachtages möchten wir einen festen Arbeitskreis bilden. Wer Interesse hat, meldet sich bitte bei Manuela Bacher, der Regionalgruppenbeauftragten

Verschiedenes

  • Atelierista – Weiterbildung zur Fachkraft für Atelierarbeit in pädagogischen Einrichtungen ( Angi Press) ist im Mai 2015 gestartet. Wir haben nur positive Rückmeldungen der Teilnehmerinnen erhalten!!
  • Die Kita Klinikpänz in Köln-Holweide (Tanja Harms) feiert ihr 5jähriges Bestehen. Am 21.10.2015 findet hierzu ein Fachnachmittag statt. „Veränderte Kindheit braucht sich ändernde Kitas!“ Beginn ist ab 15:00 Uhr
  • Der 2. interessante Termin ist ein Fachvortrag von Herbert Renz-Polster (siehe Literaturempfehlung) am 13.11.2015 um 19:00 Uhr Kosten: 9 Euro. Bitte meldet Euch bei Tanja Harms an, wenn ihr an einem der Termine teilnehmen möchtet! (tanja.harms@educcare.de; 0221-29726894)
  • 12.2015 Marte Meo Fachtag in Herne. Maria Aarts wird auch anwesend sein
  • Sabine verteilt eine Zusammenfassung eines Videos von Gerald Hüther zum Thema: „Wie lernen am besten gelingt“ (siehe Anhang)
  • Manuela Bacher überreicht Hildegard Wies einen Blumengruß im Namen der Regionalgruppe mit ganz herzlichen Genesungswünschen!

Nächstes Treffen:

Wir treffen uns am Samstag, den 12 März 2016 um 11:00 Uhr bei den „Vorstadtkrokodilen“ mit Grazia Rinallo in Düsseldorf.

Studienfahrt nach Reggio Emilia 2015

Auch in diesem Jahr organisiert Dialog Reggio e.V. wieder eine deutschsprachige Studienfahrt zu den kommunalen Kindertageseinrichtungen in Reggio Emilia. Sie findet vom 26. – 28. Oktober statt. Die Studienfahrt wird in Zusammenarbeit mit Reggio Children durchgeführt. Die Tour umfasst Vorträge durch Mitarbeiter*innen von Reggio Children, Hospitationen in verschiedenen Einrichtungen und zahlreiche Möglichkeiten zu Austausch und Diskussion mit Pädagog*innen aus Reggio.

Im Flyer sind alle wesentlichen Informationen enthalten.  Und hier gibt es auch das Anmeldeformular.

Ansprechpartnerin für weitere Fragen ist Katharina Brieger (katharina.brieger@gmx.de).

 

 

Mitgliederbefragung in unserem Landesverband

Hintergrund
Seit einem knappen Jahr gibt es nun den Landesverband West von Dialog Reggio e.V.  Ziel der Gründung von Landesverbänden war es, die Arbeit stärker zu regionalisieren und die verschiedenen Regionalgruppen zusammenzubringen. Wir als Vorstandsteam unseres Landesverbandes fragten uns Anfang des Jahres, wie genau wir diese Regionalisierung und Unterstützung der Regionalgruppen leisten können. Deshalb haben wir eine Mitgliederbefragung durchgeführt. Daran haben sich 24 Mitgliedern (von insgesamt 40) beteiligt – ein sehr gute Resonanz. Dank an dieser Stelle an alle, die mitgemacht haben!
Ergebnisse
Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Erwartungen vor allem um die zwei Aspekte Information und Organisation von Austausch drehen. Die meisten Befragten wünschen sich die Organisation von Fachtagen. Doch auch verschiedene Informationsbedarfe (Fortbildungen, aktuelle Veranstaltungen, Publikationen, Refernt*innen und pädagogische Themen überhaupt) werden von vielen gewünscht, wie die folgende Grafik zeigt.
Aufgaben
Eine deutliche Mehrheit (75%) wünschen sich, dass der Landesverband die Auseinandersetzung mit bestimmten Themen anregt und hierzu Anregungen bereitstellt. Besonders häufig genannt wurden die Themen „Projekte in Reggio“ sowie der Themenkomplex „Anders-Sein/Inklusion/Partizipation“.
Neben der inhaltlichen Ebene wollten wir gerne wissen, welche Kommunikationswege die Mitglieder sich wünschen. Wie die folgende Grafik zeigt, werden insbesondere Blog und E-Mail als hilfreich wahrgenommen. Viele wünschen sich aber auch den persönlichen Kontakt, z.B. bei einer Mitgliederversammlung:
Kommunikationsformen
Auswertung
Wenn wir die zweistelligen Zahlen bei den Angaben der Mitglieder berücksichtigen, stehen folgende Aufgaben für den Verband im Mittelpunkt: Organisation von Fachtagen, Hinweise auf Fortbildungen, Information über aktuelle Veranstaltungen, Austausch der Mitglieder und Vermittlung von Kontakten zu reggioinspirierten Kitas.
Bei der Organisation von Fachtagen sind wir auf die Zusammenarbeit mit den Regionalgruppen angewiesen. Deshalb wollen wir die Zusammenarbeit mit den Reggio Regionalbauftragten der Gruppen unbedingt intensivieren! Im Rahmen der Untersuchung – und in Gesprächen darüber hinaus – ist uns klar geworden, dass unsere Treffen bislang oft in Konkurrenz zu lange bestehenden Regionalgruppen stattfinden. Deshalb werden wir in Zukunft zu den Treffen des Landesverbandes nur die Mitglieder von DR eingeladen, um es den Regionalgruppen nicht noch schwerer zu machen.
Die Information der Mitglieder von DR in unserem Landesverband und Vernetzung per Blog und E-Mail Verkehr wird bevorzugt. Mitgliederversammlungen und persönliche Treffen finden nur wenig Zustimmung, wie aus den Diagrammen ersichtlich.
Diesen Informationsaspekt wollen wir über Blog- und E-Mail weiter ausbauen. Deshalb die Bitte an unsere Leser*innen hier im Blog: Lasst uns Informationen, die für Reggiointeressierte relevant sind, unbedingt zukommen! Schreibt selbst Beiträge für dieses Blog!  Bitte nutzt gerne auch die Kommentarmöglichkeit hier im Blog für Ergänzungen.

Erfurter Reggio-Fachtag im April

Die vor zwei Jahren gegründete Dialog-Reggio Regionalgruppe in Erfurt lädt am 24. April zu einem Fachtag ein. Der „Erfurter Reggio-Fachtag 2015“ widmet sich in verschiedenen Formaten den Themen

  • „Herausforderungen für pädagogische Fachkräfte in der Reggio-Pädagogik“ (Ursula Stenger)
  • „Ästhetik – eine Form des Denkens mit den Händen“ (Hildegard Wies)
  • Projektarbeit mit Kindern unter 3 Jahren – Impulse aus der Reggio-Pädagogik (Ursula Stenger)
  • „Die Pferde haben es gut, sie dürfen immer barfuß laufen….“ – Reggio-orientierte Projektarbeit mit Kindern unter 3 Jahren (Silvia Dietrich und Lilli Schönhof)
  • „Die Kunst des Wartens und die Freiheit des Wachsens“ (Claudia Kock und Katrin Branse)
  • „Das Brückenprojekt“ – Projektbeispiel aus Reggio Emilia mit Kindern unter 3  (Hildegard Wies)
  • „Partizipation ist der Schlüssel zu Bildung und Demokratie“ (Ute Müller)
  • „Freiheit ist ein schönes Wort, wer’s recht verstünde“ (Berit von Chrzanowski-Wien)

Anmeldungen sind noch bis zum 27. März möglich. Näheres hier im Flyer.

Neue Ufer: Reggio-Pädagogik in der Schule

Ein Fachtag in Hamburg widmet sich im April den Perspektiven für eine Reggio-orientierte (Grund-) Schule. Im Flyer zum Fachtag heißt es:

In Hamburg wird nun eine Schule gegründet, die sich von Anfang an auf die Reggio-Pädagogik bezieht. Mit ihr wird ein Beitrag geleistet, den Reformstau der klassischen, deutschen Grundschule zu überwinden, die immer noch wesentlich von den Strukturen des 19. Jahrhunderts bestimmt ist. Auf der Tagung am 18. April 2015 sollen Perspektiven für eine kindzentrierte Neukonzeption der Grundschule, Problemkonstellationen der Grundschule heute, Reggio-inspirierte Reformerfahrungen im Bereich der Grundschule und die konkreten Strukturen des Hamburger Schulprojekts zum Thema gemacht werden.

In mehreren Vorträgen – und einer Theater-Performance – wird das Feld abgesteckt und es werden.Perspektiven für die konkrete Umsetzung der Reggio-Pädagogik im Ansatz von Schule reflektieret. Der Flyer steht hier zum Download bereit.

Heikle Themen: Mit Fachkompetenz, Reflexion, Respekt und einem klaren Konzept geht es!

von Karola Mair

Am 27. Januar.2015 trafen sich ca. 20 interessierte ReggianerInnen (Mitglieder der DR-Reggio Landesgruppe-West und Gäste aus Münster und Umgebung) in den Räumen des Kinderschutzbundes Münster.

Thema des Treffens war: „Tabuthemen in der Kita-Praxis – Weshalb kennen wir keine Projekte aus dem Themenbereich Sexualpädagogik?“

Für den ersten Teil des Nachmittags konnte konnte Ewa Bäumer vom Kinderschutzbund Münster als Fachfrau gewonnen werden. Mit ihrer professionellen Unterstützung konnten wir uns auf dieThematik einlassen und damit auseinander setzen. Folgende Schwerpunkte  wurden deutlich:

  • Es bedarf differenzierter Fachkenntnisse über die psycho-sexuelle Entwicklung von Kindern, um z.B. bei kindlichen Übergriffen zwischen normalem kindlichen Interesse und Grenzüberschreitungen unterscheiden zu können, aber z.B. auch, um für Eltern ein kompetenter Gesprächspartner sein zu können.
  • Die Basis der fachlich differenzierten Arbeit muss ein Sozialpädagogisches Konzept sein, das im Team erarbeitet wurde, damit alle professionell mit „heiklen Themen“ oder „pikanten“ Aussagen und Fragen der Kinder umgehen können. Ein solches Konzept ermöglicht v.a. im Bedarfsfall – Verdacht auf Übergriffe zwischen den Kindern, Missbrauch und Gewalt in der Kita oder außerhalb – schnelles professionelles Handeln.Kinder, die ihre Körperteile und -empfindungen benennen können und sich das auch trauen, können sich eher gegen Übergriffe wehren oder zumindest diese im Nachhinein beschreiben.
  • Die Arbeit mit einem sexualpädagogische Konzept beinhaltet zwingend auch die Reflexion der eigenen Einstellung und Haltung zum Thema (kindliche)Sexualität und psycho-sexuelle Entwicklung. Nur wenn wir uns unserer „blinden Flecken“ und Tabus bewusst sind, können wir auch in diesen Bereichen dem Anspruch professionellenArbeitens gerecht werden.
  • Unterstützung und Hilfe soll rechtzeitig in Anspruch genommen werden, es gibt sie bei Beratungsstellen wie Kinderschutzbund, Pro Familia, SKF u.a.

Im zweiten Teil des Nachmittags konnte uns Simone Nonnenbruch dankenswerter Weise doch ein Projekt zu einem „Tabuthema“ präsentieren: Das Penisprojekt, das seit einiger Zeit mit 5 fünfjährigen Jungs läuft, auch noch nicht abgeschlossen ist. Abgeschlossen ist sonst allerdings der Projektordner, den Simone mitbringen und mit Erlaubnis der Kinder für uns öffnen durfte. Die 5 Jungs erarbeiten sich auf reggianische Weise und mit den Materialien aus dem Atelier ihre Themen. Simone ist die Vertraute der Kinder und die einzige von den Kindern zugelassene Erwachsene. Es gibt einen Raum, in dem abgetrennt von anderen gearbeitet wird. Das Thema erfordert ein hohes Maß an Diskretion und Respekt – den zeigen die Kinder in der Projektgruppe auch untereinander.

Fazit: Damit ein solches Projekt in dieser Differenziertheit und Offenheit möglich ist, muss eine lange Zeit des Kennenlernens, der guten Erfahrungen und die Entwicklung eines stabilen Vertrauens vorausgegangen sein. Dies ist zwingend notwendig, sonst werden auch Eltern und KollegInnen – mit Recht – misstrauisch und sind verunsichert.

Simone hat uns gezeigt, die Kinder äußern ihre Fragen, zeigen Verunsicherungen, wollen es wissen und haben ein Recht darauf, damit von uns wahrgenommen zu werden.

Ein Mut machender, lehrreicher Nachmittag für alle Beteiligten!

Literaturhinweis:

LIEBEVOLL BEGLEITEN … Körperwahrnehmung und körperliche Neugier kleiner Kinder

Ein Ratgeber für Eltern und Erzieherinnen Vom 1. Lebensjahr bis zur Einschulung

Diese Broschüre wird von der BZgA kostenlos zur Verfügung gestellt. Bestellung: order@bzga.de oder Fax: 0221 – 8992-257

Annalisa Rabotti: Reggio und die Werte

von Tassilo Knauf

Highlight des Rahmenprogramms der Mitgliederversammlung von Dialog Reggio im Januar 2015 war der Vortrag von Annalisa Rabotti aus Reggio Emilia zum Thema „Werte und Prinzipien des Reggio-Ansatzes“. Annalisa Rabotti ist seit zehn Jahren in Reggio Emilia eine „pedagogista“ und berät zwei kommunale Kindertagesstätten und eine Krippe.

Das von ihr gewählte Thema „Werte und Prinzipien des Reggio-Ansatzes“ ist besonders deshalb reizvoll, weil mit ihm die Kontinuität der seit einem halben Jahrhundert in Reggio praktizierten Bildungsphilosophie mit neueren Entwicklungen verknüpft werden konnte.

IMG_0610Drei Aspekte stellte Annalisa Rabotti besonders heraus:

  1. Die reggianische Bildungsphilosophie basiert in Theorie und Praxis auf der Netzwerkidee. In Hinblick auf die theoretische Fundierung der Reggio-Pädagogik bedeutet dies, dass öko-psychologische, neurobiologische und vor allem sozio-konstruktivistische Forschungsansätze als Grundlagen systemischen Denkens miteinander verknüpft werden. In der Praxis folgt daraus die Überzeugung: Kinder sind von Anfang in der Lage, Schöpfer, Konstrukteure ihrer Welt zu sein. Die Kinder nähern sich der Welt mit ihren vielfältigen Sinnen. Sie experimentieren. Sie lieben es, mit anderen Gegenständen und Personen im Austausch zu sein. Sie sind neugierig, aufgeschlossen, ständig auf der Suche nach Neuem. Kinder sprechen „100 Sprachen“.
  2. Von zentraler Bedeutung ist in Reggio die Dokumentation. Sie bezieht sich auf die alltäglichen Erfahrungen der Kinder und nutzt die verschiedenen medialen Möglichkeiten, die in unserem digitalen Zeitalter zur Verfügung stehen. Das Nutzen der digitalen Möglichkeiten verkürzt das Dokumentieren. Die Doku spiegelt den Forscherprozess der Kinder wider, macht ihn sichtbar. Die Doku ist zugleich Wertschätzung gegenüber dem Staunen, dem Können und der Könnensentfaltung der Kinder. In ihr treten den Erwachsene die Kinder als vitale, kenntnisreiche Persönlichkeiten entgegen. Dokumentiert werden kann in verschiedensten Formen und an verschiedenen Orten. Die Doku geht auch aus der Kita heraus in die Stadt, in die Öffentlichkeit, so wie der von Kindern gestaltete Theatervorhang in Reggio oder auch die Ausstellung „The Wonder of Learning“, die im Herbst 2014 in München gezeigt wurde.
  3. Das Atelier ist seit den späten 60er Jahren ein Kernstück der Reggio-Pädagogik. Es überwindet die traditionelle Vorstellung vom Lernen durch Lehren. Es würdigt die Fähigkeit der Kinder als Konstrukteure ihrer Welt. Die Weiterentwicklung des Ateliergedankens wird in dem Hinausgehens des Ateliers in die Stadt, in die Umwelt sichtbar. Im Centro Internazionale Loris Malaguzzi finden sich z.B. fünf verschiedene Ateliers: ein Mosaikatelier, ein Naturatelier, wo die Vergänglichkeit der natürlichen Dinge deutlich wird, ein Papieratelier, ein Lichtatelier, ein digitales Atelier.

Durch den Vortrag von Annalisa Rabotti können wichtige Elemente unserer alltäglichen Arbeit in den Kitas bestätigt werden, aber auch neue Inspirationen in unser Netzwerk hineingetragen werden.

Treffen des Landesverbandes Reggio West

Zum Jahresauftakt starten wir noch im Januar mit einem Treffen unseres Landesverbandes – dieses mal in Münster. Termin ist der 27.01.2015. 
Wir haben uns beim letzten Treffen in Unna darauf geeinigt, das  Tabuthema Sexualität anzugehen. Ewa Bäumer vom Deutscher Kinderschutzund (DKSB) wird ein Referat zum Thema „Sexualpädagogik in der KiTa“ einen Einstieg geben. Anschließend präsentiert Simone Nonnenbruch (Familienzentrum St. Margareta) Präsentation eines Projektes zu diesem Thema. Als Einstieg in die Thematik hier der Link zum Artikel „Nicht auf den Schoß nehmen“ aus dem Süddeutsche Zeitung Magazin Heft 22. Wer hat und mag kann gerne Kinderbücher oder anderes Material zum Thema mitbringen.
Wir treffen uns in der Beratungsstelle des Deutschen Kinderschutzbundes am  Berliner Platz 33 in 48143 Münster in der Zeit von  14.00 bis 17.00 Uhr.